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KSK Limburg Sponsor des Limburger Schulnetzes




Bericht in der Lahn Zeitung vom 11.04.08

Mit einem Liter ans Ziel

Einmaliges Projekt in Hessen:
Dessauer- Schüler wollen mit Eigenbau 500 Kilometer fahren


Wie weit kann ein Fahrzeug mit einem Liter Kraftstoff zurücklegen? Jeder würde diese Wette verlieren: der Rekord liegt bei 3836 (!) Kilometern, aufgestellt 2002 von einer Schweizer Uni. Die Leistung entspricht der Strecke von Berlin nach Moskau und zurück oder einem Verbrauch von nur 0,026 Litern auf 100 Kilometer.


LIMBURG. Seit 1939 gibt es den "Shell Eco- Marathon", den inzwischen größten europäischen Wettbewerb, bei dem sich mehr als 3000 junge Menschen aus mehr als 25 Ländern dem ehrgeizigen Forschungsprojekt stellen. Zum ersten Mal ist in diesem Jahr die berufliche Friedrich- Dessauer- Schule (FDS) aus Limburg dabei.

Vom 22. bis 24. Mai treten zwölf Mechatroniker des dritten Ausbildungsjahres aus Kfz- Betrieben des Kreises Limburg- Weilburg als einziges hessisches Team auf der Rennstrecke im französischen Nogaro zwischen Bordeaux und Toulouse an. "Zu den aus 300 Bewerbern ausgewählten 200 Teams zu gehören, davon nur 13 aus Deutschland, ist für uns schon eine Ehre", sagt Schulleiter Karl Jung. Üblicherweise treten dort angehende Wissenschaftler aus Hochschulen und Universitäten an, die aus einem üppigen Sponsoring schöpfen können. Sinn und Zweck des Wettbewerbs sei es, in Zeiten globalen Klimawandels und nachlassender Treibstoffvorräte zukunftsweisende Technik für nachhaltige Mobilität zu entwickeln.

Die Limburger Schüler brachte ein Frankreich- Aufenthalt in einer Partnerschule in Metz auf die Idee dieses ehrgeizigen Projekts. Ihre engagierten Lehrer schauten sich den Wettbewerb im vergangenen Jahr im Süden Frankreichs an und meinten: "Das wäre doch was! Ein modernes Fahrzeug mit innovativer Technik zu entwerfen und sich der Konkurrenz von Studenten und Professoren zu stellen. Aus der Idee ist Forscherdrang geworden. Im September begannen die Vorbereitungen. Inzwischen steht das "badmobile", wie es die Schüler liebevoll nennen, im Rohbau da. Sie werden als Team "Carpe diem" (Nutze den Tag) mit der Startnummer 90 auf die Piste gehen.

Die Karosserie besteht aus selbst laminierten GfK- Matten. "Sie bilden einen sehr guten Kompromiss für Festigkeit und geringes Gewicht", erläutern die Bauherren, die das Material von der Firma Sube Kunststoffverarbeitung in Diez erhalten haben. Oberstes Ziel müsse es sein, Gewicht einzusparen. "Jedes Kilogramm weniger bringt 2,5 Kilometer Fahrleistung mehr", wissen die Experten.

Zuerst hatten sie Styroporplatten ausgeschnitten, zusammengeklebt und ausgespachtelt. Das 2,90 Meter lange, 80 Zentimeter breite und 75 Zentimeter hohe, windschnittige Fahrzeug auf drei Rädern soll sich formschön und mit den Logos der Sponsoren präsentieren; schließlich wird auch ein Designerpreis vergeben.

Ein Vier- Takt- Motor eines Rollers wird das "badmobile" antreiben, der vom Vergaser auf Einspritzer umgebaut und mit speziellen Einspritzventilen ausgestattet wurde. Frei programmierbar erfolgt die Motorsteuerung. Das Mobil aus Limburg wird vermutlich das einzige im Teilnehmerfeld sein, das nicht über ein Pedal, sondern per Knopfdruck gesteuert wird.

Das Projekt läuft längst nicht mehr im Unterricht, weil es an die jungen Tüftler weit mehr Anforderungen stellt als der übliche Lehrstoff. So wurde eigens ein Prüfstand entwickelt, an dem der Verbrauch unter verschiedenen Bedingungen gemessen werden kann: Effektivität der Geschwindigkeit, Zeitpunkt der Beschleunigung auf Geraden und in Kurvenbereichen der Rennstrecke zur Erzielung des geringsten Benzinverbrauchs. Das alles wird bereits in der Schule ausgetestet. Die Fahrer erhalten - ähnlich wie bei der Formel I - ihre Anweisungen über Funk. "Wir setzen nicht auf Sieg. Wir wollen mit 500 Kilometern einen Mittelplatz erreichen", schätzt der Schulleiter die Chancen seines Carpe- diem- Teams ein. Dieter Fluck

Infos über das Projekt gibt es im Internet unter www.fds- limburg.de. Ansprechpartner für Sponsoring sind die beteiligten Lehrkräfte Karl Jung (Schulleiter), Norbert Gros (Abteilungsleiter Metall), Albert Bauer, Thomas Dick- Freppon, Detlef Jadatz, Christoph Pandikow, Frank Donecker, Wilfried Weber.

(Lahn Zeitung vom 11.04.08 - Fluck)




Nassauische Neue Presse vom 10.04.08

NNP Printausgabe vom 10.04.2008

Azubis bauen Ein-Liter-Auto

Und damit wollen sie sogar 500 Kilometer fahren. . .


Limburg. Das Team der Limburger Friedrich-Dessauer-Schule nennt sich „Carpe diem“, das von ihnen entwickelte Versuchsfahrzeug erhält den Namen „Bad Mobile“: Ihr Ziel ist es, mit diesem dreirädrigen Gerät mit einem 50-ccm-Motor beim Shell Eco-Marathon vom 22. bis zum 24. Mai in Nogaro in Südfrankreich mit einem Liter Super-Benzin rund 400 bis 500 Kilometer zurückzulegen.


Bei dem seit 1985 veranstalteten Wettbewerb, an dem sich jährlich rund 3000 junge Menschen aus rund 25 Ländern Europas beteiligen, geht es um die Einsparung von Kraftstoff und Schadstoffen. Der Sieger von 2007, eine technische Hochschule, erreichte mit einem Liter Benzin sogar 3039 Kilometer. Diesen Rekord wollen die angehenden Kfz-Mechatroniker der Friedrich-Dessauer-Schule nicht brechen, aber sie hoffen unter den 200 Teilnehmern auf einen guten Mittelplatz. Unter 300 Bewerbern für den diesjährigen Wettbewerb waren 200 ausgewählt worden, darunter 13 deutsche Teams und erstmals unter drei hessischen Teilnehmern der Kfz-Bereich der Limburger Friedrich-Dessauer-Schule.


Das Reglement erlaubt alle Antriebskonzepte und Energiequellen, Benzin genauso wie Diesel, Biokraftstoffe, Wasserstoff oder Solar. Die Limburger haben sich für Benzin und einen Viertakt-Antriebsmotor von 50 ccm aus einem China-Roller entschieden. Diesen haben die jungen Leute, die sich mit ihren Lehrern und Ausbildern seit September 2007 mit dem Projekt beschäftigen, auf Saugrohr-Einspritzung mit elektrischer Zündanlage umgebaut. Weil ihnen ein Steuergerät für rund 2000 Euro zu teuer war, schlachteten sie den Rechner eines alten für sechs Euro erworbenen Computers aus, erstellten eine Programmierung, um den möglichst geringsten Benzinverbrauch zu erreichen.


Das windschlüpfrige Versuchsfahrzeug, das bisher nur als Kunststoff-Form vorhanden ist, aus dem dann das Fahrzeug aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt wird, hat eine Länge von 2,90 Meter, eine Höhe von 75 Zentimeter und eine Breite von 80 Zentimeter. Das Gewicht mit Fahrer wird und darf rund 120 Kilogramm betragen. Als Fahrer hat das Team von „Carpe diem“ Kevin Freund (18) aus Beselich-Obertiefenbach und Patrick Walther (19) aus Waldbrunn-Hintermeilingen ausgewählt. Beide sind sehr schlank und passen gerade so in das „Bad Mobile“, denn rund 2,5 Kilogramm mehr Gewicht im Fahrzeug bedeutet, so haben sie längst nachgerechnet, ein Kilometer weniger Fahrleistung. Das „Bad Mobile“ erhält drei Räder, eines für den Hinterrad-Antrieb und zwei Vorderräder, die lenkbar sind. Der Fahrer wird das „Bad Mobile“ mehr oder weniger über eine Automatik fortbewegen, wobei beim Wettbewerb auf dem Kurs in Nogaro sieben Runden, oder 23,5 Kilometer, zu fahren sind. Vier Versuche sind erlaubt und der beste Lauf wird dann gewertet. Im Durchschnitt müssen bei der Fahrt 30 Stundenkilometer erreicht werden. Der auf 23,5 Kilometer benötigte Kraftstoffverbrauch wird dann hochgerechnet und so ermittelt, wie weit das Fahrzeug gekommen wäre. 500 Kilometer sind das erklärte Ziel.


Auf die Fahrer, die mit der Teamleitung wie beim richtigen Formel-1-Rennen über Funk verbunden sind, kommt besondere Verantwortung zu, denn sie müssen nach dem Start und der Beschleunigung auch den Motor zur Kraftstoff-Einsparung ausschalten, das „Bad Mobile“ einfach rollen lassen und je nach Bedarf wieder einschalten.


Karl Jung, der Schulleiter der Friedrich-Dessauer-Schule, ist wie seine Kollegen begeistert vom Engagement der 15 Auszubildenden im Kfz-Bereich, die für dieses Projekt so manche Schulstunde und viel Freizeit opfern. Die Friedrich-Dessauer-Schule wolle sicher nicht gewinnen, aber Erfahrungen sammeln und für ein langfristiges Konzept an der Schule sorgen. Beim nächsten Wettbewerb 2009 auf dem Hockenheim-Ring wolle „Carpe diem“ mit einem weiter entwickelten Modell erneut antreten, sagte Jung. Die Friedrich-Dessauer-Schule hat zwar schon Sponsoren gefunden, aber den Großteil der Kosten bringt das Team durch Eigenleistung und die Umsetzung von Ideen auf. Derzeit fehlen nur noch rund 5000 Euro


Die jungen Auszubildenden sind begeistert, weil sie kreativ sein müssen und für ihren künftigen Beruf im Kfz-Handwerk wertvolle Erfahrungen sammeln. Ende April, so hoffen die Azubis, können sie auf einem Parkplatz an der Schule zu einem ersten Testlauf starten, anschließend soll auf der Polizei-Teststrecke an der Hühnerstraße zwischen Kirberg und Neuhof, ehemals US-Lager, trainiert werden.


Ein wichtiger Sponsor ist zum Beispiel die Firma Sube in Diez, aus deren Werkstoff GfK (Glasfaser verstärkter Kunststoff) das Fahrzeug hergestellt wird. Mit Urheber, Ideengeber und fachliche Helfer für das Projekt sind die Fachlehrer Norbert Gros, Albert Bauer, Thomas Dick, Frank Donecker, Detlef Jadatz, Wilfried Weber und Christoph Randikow. Rund zwölf Schüler und zehn Lehrer werden zu dem Team gehören, das vom 22. bis zum 24. Mai in Südfrankreich an den Start gehen wird. Dem Sieger winken übrigens 20 000 Euro.


(Nassauische Neue Presse vom 10.04.08 - Lohrmann)